Es ist gerade ein bisschen wie Goldräuberstimmung. In den Meta-Feeds tauchen sie überall auf: neue „GEO-Agenturen“, die erklären, dass SEO tot sei. Generative Engine Optimization sei jetzt das neue Spiel. ChatGPT, Perplexity, Gemini – das seien die Suchmaschinen der Zukunft. Praktischerweise hat die Agentur, die diese Botschaft verkündet, auch direkt das passende Paket dabei.
Ich finde diese Entwicklung aus zwei Gründen interessant. Erstens, weil sie zeigt, wie schnell unsere Branche eine neue Sau durchs Dorf treibt. Und zweitens, weil sie auf einem fundamentalen Missverständnis darüber basiert, wie diese KI-Systeme eigentlich funktionieren.
woher nimmt die ki eigentlich ihre empfehlungen?
Wenn ChatGPT, Perplexity oder Gemini auf die Frage „Welche Kreativagentur in München kannst du mir empfehlen?“ eine Liste ausspuckt – woher kommt diese Liste eigentlich?
Sie kommt nicht aus dem Nichts. Sie wird nicht erfunden. Die Daten kommen aus dem Web. Aus Crawls. Aus Google-Indizes. Aus Branchenverzeichnissen. Aus Bewertungsplattformen. Aus all dem, was sich Unternehmen über Jahre aufgebaut haben – an Marke, an Reputation, an Sichtbarkeit.
Die KI empfiehlt das, was sie an Signalen findet. Und diese Signale entstehen nicht in der KI selbst. Sie entstehen im klassischen Web.
die behauptung „seo ist tot“ ist eine verkaufsmasche
Wer behauptet, man könne SEO einstellen und stattdessen nur noch auf GEO setzen, hat entweder die Mechanik nicht verstanden – oder verkauft bewusst Schlangenöl. GEO ist keine Alternative zu SEO. GEO ist eine Erweiterung von SEO. Ohne dieses Fundament gibt es nichts, was eine KI empfehlen könnte.
was wir bei unseren kunden beobachten
Bei Sixrooms sehen wir aktuell: Die Website-Zugriffe vieler Kunden steigen. Menschen klicken nicht einfach blind auf das, was ChatGPT ihnen vorschlägt. Sie verifizieren. Sie googeln den Namen, den die KI genannt hat. Die Empfehlung der KI ist oft nur der Trigger. Die eigentliche Kaufentscheidung passiert weiterhin im klassischen Web.
was wirklich funktioniert
Eine technisch saubere Website mit klarer Struktur. Hochwertige Inhalte, die echte Probleme von echten Zielgruppen lösen. Eine starke Domain mit nachgewiesener Autorität. Konsistente Markenführung. Authentische Bewertungen. Strukturierte Daten. Auf diesem Fundament kann GEO funktionieren – als nächste Stufe, nicht als Ersatz.
der ehrliche blick nach vorn
Die Unternehmen, die jetzt panisch auf einen schnellen GEO-Trick setzen und ihre SEO-Aktivitäten zurückfahren, werden in beiden Welten verlieren. Wer eine starke SEO-Performance aufgebaut hat, hat in einem KI-Umfeld die besten Karten. Es lohnt sich, das auszuhalten – auch wenn die Meta Ads gerade lauter etwas anderes behaupten.